Den ersten Schutz gegen den Erreger Mycoplasma hyopneumoniae, kurz M.hyo, erhält das Ferkel über die Kolostralmilch. Die Milch enthält Antikörper gegen Infektionen, mit denen sich das Muttertier bereits in der Vergangenheit auseinander gesetzt hat. Im Laufe der Zeit nimmt jedoch der Antikörperspiegel im Blut der Ferkel langsam ab. In der Zeit des passiven Schutzes über maternale Antikörper kann es bei einer Impfung dazu kommen, dass die maternalen Antikörper gegen die Erreger der Impfung vorgehen, das Tier sich aber nicht selbst damit auseinandersetzt. So kommt es zu einer Beeinträchtigung des aktiven Schutzes beim Ferkel. Bei der Infektion mit M.hyo ist zudem zu berücksichtigen, dass das Risiko für Schweine, an M.hyo zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt, wie umfangreiche aktuelle Studien belegen. Das heißt, dass das Risiko für ein Ferkel, von der Muttersau angesteckt zu werden, sehr gering ist. Eine Ansteckung zwischen Tieren in der Vor- bis Endmast ist jedoch sehr wahrscheinlich. Daher sollten die Tiere zu diesem Zeitpunkt eine funktionierende aktive Immunität aufgebaut haben, was etwa 3 Wochen dauert. Berücksichtigt man nun den Zeitraum, in dem das Ferkel über die Kolostralmilch geschützt ist und den späten Infektionszeitpunkt mit M.hyo zwischen der 8. und 12. Lebenswoche, so muss bei einer aktiven Immunausbildung innerhalb von 3 Wochen ab der 3. bis 5. Lebenswoche geimpft werden. Auf diesem Weg kann ein ausreichender Impfschutz gegen die Folgen einer M.hyo Infektion bis zum Mastende erzielt werden. |