| Lexikon der Fachbegriffe |
| Antikörper |
| Das Immunsystem kann körperfremde Erreger (Antigene) erkennen und stellt zu ihrer Abwehr spezifische Antikörper her. Diese Antikörper (auch Immunoglobuline genannt) können Antigene binden und unschädlich machen. Man unterscheidet zwischen "eigenen" Antikörpern, die das Tier nach dem Kontakt mit dem Antigen (durch Infektion oder Impfung) bildet und maternalen Antikörpern. Jungtiere erhalten mit der Aufnahme von Kolostrum maternale Antikörper, die in den ersten Lebenswochen einen wirksamen Schutz vor Erkrankungen bieten. |
| Interferenz mit maternalen Antikörpern |
| Bei einer frühen Impfung in den ersten Lebenstagen kann die Bildung von Impfantikörpern bei herkömmlichen 2-Shot Produkten durch maternale Antikörper behindert sein. Die maternalen Antikörper, die die Ferkel nach der Geburt über das Kolostrum aufnehmen, können das Impfantigen abfangen und zerstören. Die immunisierende Wirkung der Impfung kann dadurch reduziert sein. Um diese Interferenz zu vermeiden und die Wirksamkeit der Impfung zu verbessern, sollte der Impfzeitpunkt einer Mycoplasmenimpfung deshalb nicht vor der 3. Woche liegen. |
| Antigen |
| Antigene sind Fremdstoffe (z.B. Infektionserreger wie Mycoplasmen), die in einem Organismus die Bildung von Antikörpern auslösen. Auch Impfstoffe enthalten Antigene. Man unterscheidet dabei zwischen Totimpfstoff (inaktiviertes, totes Antigen) und Lebendimpfstoff (modifiziertes, lebendes Antigen). |
| Adjuvans |
| Totimpfstoffe benötigen Adjuvantien, um eine ausreichende Stimulation des Immunsystems hervorzurufen. Durch das Adjuvans wird die Immunreaktion auf das Antigen verstärkt. Herkömmliche Adjuvantien haben einen wässrigen Charakter und setzen die Antigene direkt nach der Impfung frei. Um jedoch eine ausreichende Wirkung zu erzielen, muss das Tier über eine gewisse Zeit mit dem Erreger konfrontiert werden. Deshalb musste bisher bei der Impfung mit einem Totimpfstoff eine Wiederholungsimpfung (sog. Boosterung) erfolgen. |
| Depotadjuvans |
| Neuartige Depotadjuvantien basieren auf einer Mischung aus biologisch abbaubaren Ölen. Im Gegensatz zu den häufig verwendeten Mineralölen zeichnen sie sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Echte Depotadjuvantien haben, bedingt durch den erhöhten Ölanteil, in kaltem Zustand eine hohe Viskosität. Deshalb müssen Depot-Impfstoffe vor der Injektion immer auf Körpertemperatur erwärmt werden, z.B. in handwarmem Wasser oder einfach in der Hosentasche. Danach lässt der Depotimpfstoff sich problemlos verimpfen. |
| ELISA (enzyme linked immunosorbent assay) |
| Mittels eines ELISA Testes lässt sich der Antikörperspiegel eines Tieres bestimmen. Dieser Test dienst somit dem Nachweis einer Infektion. Da sich Antikörper ca. 3 Wochen nach einer Infektion nachweisen lassen, kann man mittels ELISA den Infektionszeitpunkt in einem Bestand zeitlich eingrenzen. |
| PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) |
| Mit diesem Verfahren ist der Nachweis des Erregers bereits vor einer relevanten Infektion möglich. Da der Nachweis einiger Erreger jedoch nicht automatisch mit einer Infektion gleichzusetzen ist, ist die PCR für die Bestandsdiagnose ungeeignet. |
| Serokonversion |
| Als Serokonversion bezeichnet man die Bildung von Antikörpern als Reaktion des Immunsystems auf eine Infektion durch Antigene. Der zuvor negative Nachweistest für entsprechende Antikörper wird positiv. |
| 1-Shot |
| Als 1-Shot bezeichnet man alle Impfstoffe, die nach einer einmaligen Impfung bereits den vollen Impfschutz gewährleisten. Bisher war dies nur bei den sog. Lebendimpfstoffen möglich, da sich das "lebende" Impfantigen im Tier noch vermehren kann und somit eine ausreichende Immunantwort stimuliert. Totimpfstoffe dagegen mussten bisher immer zweimal geimpft werden, um einen ausreichenden Impfschutz zu gewährleisten. |
| 2-Shot |
| Als 2-Shot bezeichnet man Impfstoffe, die erst mit der zweiten Impfung einen ausreichenden Impfschutz gewährleisten. Bisher galt dies insbesondere für Totimpfstoffe, da das inaktivierte Impfantigen im Tier sehr schnell abgebaut wird und somit erst durch die zweite sog. Boosterung eine ausreichende Stimulation des Immunsystems stattfindet. Erst durch neuartige Depotadjuvantien ist es möglich, auch bei einem Totimpfstoff mit einer einzigen Impfung den vollen Impfschutz - sogar bei hohem Infektionsdruck - zu erhalten. Der Depoteffekt dieser neuen Adjuvantien erfordert einen hohen Ölanteil, so dass echte 1-Shot Totimpfstoffe von dickflüssiger Konsistenz sind. |
| Immunprophylaxe |
| Hierunter versteht man die Gesamtheit aller Vorsorgemaßnahen, die mit dem Ziel getroffen werden, eine Infektion kontrollieren zu können. |
| Humorale Immunität |
| Es erfolgt eine spezifische Reaktion des Immunsystems, bei der Immunoglobuline (Antikörper) mit Antigenen (Erregern) reagieren, mit dem Ziel, eine Infektion kontrollieren zu können. |
| Zellvermittelte Immunität |
| Die zellvermittelte Immunität ist eine von T-Lymphozyten abhängige, spezifische Immunantwort gegen beispielsweise virale oder bakterielle Stoffe, aber auch gegen körperfremdes Gewebe oder auch gegen Tumorzellen. |
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